Unser Verein

 

"Das Leben ist zu kurz um schlechten Wein zu trinken." Goethe

 

"Das Leben ist zu kurz um schlechten Wein zu trinken und um Schritt zu reiten. Drum reiten wir Galopp - am liebsten hinter den Hunden."

Wulf Otto

 

 

Am 24. Februar 1968 fand auf dem Eichelbacher-Hof bei Bad Camberg im Taunus die Gründungsversammlung der Taunus-Meute statt.

Die Gründungsmitglieder waren:

Volker Ballerstedt
Arthur Holtschmidt
Hans-Joachim Klingbeil
Christa Luzia Klingbeil
Hello Graf von Rittberg
Uwe Detlef Ruge
Jürgen Sassmannshausen

In den ersten Vorstand wurden berufen:

Hans-Joachim Klingbeil - Master of  Hounds, zugleich Vorsitzender des Vorstandes
Hello Graf von Rittberg - Vize-Master
Uwe Detlef Ruge - Schatzmeister

 
Die ersten Hunde, gespendet von privat, dem Hamburger Schleppjagdverein, der Niedersachsen- Meute, dem Rheinisch-Westfälischen Schleppjagdverein und der Bayern-Meute, fanden Unterkunft auf dem Eichelbacher-Hof.


Im ersten Jahr hatte der Verein 15 Mitglieder, die hinter 4 ½ Koppeln fünf Jagden bestritten. 1969 wurde dann die Genehmigung zum Bau eines Kennels in Oberursel-Bommersheim erteilt,  die Betreuung der Hunde hatte Frau Klingbeil übernommen.

In den kommenden Jahren wuchs die Meute an Mitgliedern, jagenden Hunden und bestrittenen Jagden. Auch kreierten unsere Altvorderen die Patenschaft für unsere Meutehunde,  eine sinnvolle Sache, die heute noch ein finanzielles Standbein ist.


1975 musste die Meute umziehen, da in Oberursel durch rege Bautätigkeit der Kennel stark eingeschnürt wurde. In Haiger-Rodenbach erwarben 7 Mitglieder ein Gelände, welches  sie dem Verein als Kennel zur Verfügung stellten. Bis 1997 diente dieser Standort unseren Hunden als Unterkunft. Die Pflege der Hunde übernahm dort für kurze Zeit Fridolin Tilman, den großen Rest der Jahre Erich Girg mit seiner Familie.

 

Nach der politischen Wende in Deutschland zog die Bundeswehr aus Wetzlar ab und es wurde weit außerhalb der Stadt ein eingezäuntes 2 ha großes Areal frei, welches die Taunus-Meute pachten konnte und nach hundgerechter Einrichtung 1997 bezog. Wir besitzen nun einen Kennel, wo die Hunde in Licht, Luft und Sonne tiergerecht leben können. Die Pflege der Hunde übernahm bis 2010 Heinz Keim, unterstützt von seiner Ehefrau, seit Oktober 2010 ist unser Kennelhuntsman Stefan Bremer für die Versorgung der Hunde sowie für die Instandhaltung der Kennelanlage zuständig.

 

Von der ersten Stunde an war Hans-Joachim Klingbeil Master, und das 12 Jahre lang. Er baute die Meute auf, führte und gestaltete sie. Ihn zeichnete ruhige Überlegenheit aus, seine Hunde und die Equipage dirigierte er ohne Hektik und ohne laute Worte. Ende der siebziger Jahre erlitt die Meute einen herben Rückschlag. Der damalige Vizemaster Walter Lotz hatte heimlich eine Meute aufgebaut und nahm bei seinem Ausscheiden eine Anzahl Mitglieder mit. Nach dem ersten Schock rückten die verbliebenen Mitglieder enger zusammen und mit einem „jetzt erst recht“ ging es wieder aufwärts.

 

Bei den Neuwahlen 1980 erweiterte man den Vorstand auf  5 Personen, sodass nun 3 Masterposten zu besetzen waren. Nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand wurde Herrn Klingbeil der Ehrenmastertitel verliehen.

Eine der prägenden Persönlichkeiten in der Meute war Josef Pracht. Er spielte eine wichtige Rolle bei der Beschaffung des neuen Kennelgeländes in Haiger und übernahm im Vorstand den Masterposten. Auch in der Mitgliederwerbung und der Akquirierung  von Jagdveranstaltungen können wir heute noch von ihm lernen. Leider hat uns Josef im Frühsommer 2012 nach schwerer Krankheit verlassen, in großer Dankbarkeit gedenken wir ihm.

Wulf Böhmcker war Präsident von 1980 – 1989. Für seine außergewöhnlichen Verdienste ist er bis heute und auch weiterhin unser Ehrenpräsident. nDanach  wurde Volker Hinze bis zum Jahr 2001 zum Präsidenten gewählt, ihn löste für sechs Jahre Ulrich Förster ab, der darüber hinaus 17 Jahre die Geschäfte der Meute mit großer Gewissenhaftigkeit geführt hat.

 

Im Jahr 1983 begann die Epoche des Jochen Kraft als Master, die bis 1994 währte. Ihm folgte Reinhold Mannischeff, der bis 2007 unser Master war. In die Zeit  dieser beiden verdienten Hundemänner fallen auch die größten Zuchterfolge der Taunusmeute. 1990 wurde Tipsy zur Championesse und Terry zur Reserve-Championesse gekürt und Jochen Kraft konnte den Wanderpreis für die beste Aufzucht mit nach Haus nehmen. Im Jahr 2003 wiederholte Reinhold Mannischeff diesen Erfolg mit dem I-Wurf. Champion Idefix und Reserve-Champion Irvine, Reserve-Championesse Iris, beste Aufzucht unsere I-Hunde. Auch in den Folgejahren konnten sich Hunde von der Taunus-Meute erfolgreich in Schwarzenstein präsentieren, 2008 erhielten wir wieder den Pokal für die beste Aufzucht, Championesse wurde Marie, 2009 folgte ein Sieg in der Koppelklasse mit den Hündinnen Marie und Miss Marple und in 2011 wurde Otto  mit "sehr gut" ausgezeichnet - damit war er in diesem Jahr einer von den 6 besten Foxhoundrüden aus einer Kollektion von 42 Hunden. Unser größter Zuchterfolg jedoch ist die 2014 gekürte Championess Paula, dernwir inzwischen einen sensationell starken Wurf mit 12(!) Welpen verdanken. Ob da vielleicht wieder ein Champion darunter ist?

 

Wie aus dem bisherigen Bericht hervorgeht, waren die Vorstandsposten überwiegend langjährig von den einzelnen Personen besetzt. Eine ebensolche Konstanz bewies die Taunus-Meute bei der Wahl ihrer Veranstaltungsorte. In November 2008 haben wir unsere 40. Abschlussjagd auf der Ronneburg geritten. In dieser langen Zeit waren es gerade einmal drei Familien, die uns als Gastgeber bewirteten, die Familie Eggert, Ronneburg die Familie Ditzel, Hofgut Herrnhaag und seit 2005 die Familie Müller/ Ringel, ebenfalls Ronneburg.

 

Ebenso lange waren wir auf  Initiative des Freiherrn Peter von Menzingen auf seinem Gut Menzingen im Kraichtal zu Gast. Jeweils in der letzten Woche der Sommerferien traf sich die Meute dort für 6 Tage, um mit den Hunden zu trainieren, Jagden zu reiten, zu feiern, Freundschaften zu pflegen und uns von Fritz und Freunden unterhalten zu lassen. Bei unseren Gastgebern Johann und Ursel fühlten wir uns seit vielen Jahren wohl. Allerdings gab es  hier eine Änderung, Familie Kurz hat das Hofgut Menzingen verlassen und so mussten auch wir uns neu orientieren. Hier hat sich der Harz und damit das Sporthotel Nordmann als ein Glücksfall für uns erwiesen, in 2014 waren wir dort nun zum fünften mal zu Gast.

 

Ein Veranstaltungsort, an dem wir dreißig mal geritten sind, ist Lauterbach. Hier verbinden uns herrliche Erinnerungen an Trainingstage, wo ernsthaft mit jungen Hunden gearbeitet, aber auch zünftig gefeiert wurde, wo wir auch an unsere Präsidenten Wulf Böhmcker, Volker Hinze und Ulrich Förster denken. In den letzten Jahren wurden wir ausser von Wulf und Barbara Böhmcker auch von unserem Mitglied Siggi Schmelz mit seiner Familie bei dieser Veranstaltung unterstützt, wunderbar, es geht immer wieder weiter!

 

Im Jahr 2002 war die Taunusmeute wieder einmal von einem Unglück betroffen. Unser Master Reinhold Mannischeff brach sich bei einem Grabensturz zwei Rückenwirbel und fiel ein Jahr aus. Jetzt zeigte sich wieder einmal die „jetzt erst recht“ Einstellung der Taunusmeute. Die Master Klaus Felgenhauer und Thomas Lingelbach übernahmen trotz ihrer beruflichen Belastung in harmonischer Arbeitsteilung das Hundetraining und die Meuteführung. Auch als Reinholds Nachfolger leisteten sie ausgezeichnete Arbeit. Auch hier gab es einen Wechsel, anlässlich der JHV 2010 standen Klaus Felgenhauer und Thomas Lingelbach aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Wahl, sodaß die Meuteführung nun in den Händen der 3 Master Gerhard Sauer, Brigitte Roggendorf und Willibald Müller lag.

 

Einen herausragenden Auftritt hatten unsere Hunde 2004 und 2005 auf der Nibelungenbühne in Worms. Unter der Leitung von Reinhold Mannischeff und Ulrich Förster waren freiwillige Mitglieder  zwei bis drei Wochen im Einsatz, um mit unserer Meute auf ungewohntem Parkett der Siegfried – Sage zu großem Erfolg zu verhelfen.

 

Unsere Meuteautos sollen hier auch der Nachwelt erhalten bleiben. Das Erste war ein gebrauchter Opel Blitz, der zuvor einem Käsehändler diente, daher auch liebevoll Käseauto genannt. Danach hatten wir einen Lkw mit dem Stern, der neben dem Pack auch noch drei Pferde aufnehmen konnte. Als dieser ausgedient hatte, wurde ein VW LT angeschafft, der ein wenig schwach auf der Brust (wenig PS) war. Den Bauch voller Hunde und dahinter ein Anhänger mit zwei Pferden schlich er mühsam nach Haus, zum Verdruss des Fahrers, der nach der Jagd müde war und schnell heim wollte. Zur Zeit fahren wir einen Transporter von Citroën, den uns unser Meutefreund Artur Schmidt besorgte.

In den Jahren haben sich die Voraussetzungen für die Jagd der Meute verändert. Waren ürsprünglich die grünen Jäger die Beherrscher der offenen Landschaft, so mussten sie diese teilen mit Spaziergängern, Joggern, Reitern, Autofahrern und Wanderern.

Diese Tatsache und „grüne“ politische Strömung haben Auswirkung auf die Reitjagd. Absolut gehorsame Hunde ohne Aggressivität und ohne Abweichen von der künstlichen Fährte sind das unausweichliche Ziel für das Jagen in unserem dichtbesiedelten Raum.

Dieser letzte Absatz stammt von meinem verehrten Vor- Vorgänger im Amt, unserem Ehrenpräsidenten Wulf Böhmcker, den er zum 20-jährigen Jubiläum schrieb. Dem ist kein Wort hinzu zu fügen, alles hat heute noch die gleiche Bedeutung.

 

Auch nach 40 Jahren ist die Taunusmeute kein bisschen müde. Sie ist im Inneren intakt und bereit, kommende Herausforderungen schwungvoll anzupacken. Sie ist eingebunden in den Deutschen Schleppjagdverband, wo wir respektvollen bis freundschaftlichen Kontakt mit anderen Meuten pflegen. Wie wohltuend das ist, konnten wir nach dem Tod von Reinhold Mannischeff feststellen, als uns von unseren Jagdreiterfreunden echte Anteilnahme und große Hilfsbereitschaft entgegengebracht wurde.

Das pulsierende Leben mit Hunden, Pferden und der Jagd lässt die Trauer zeitweise in den Hintergrund treten, dass wir unseren verehrten Reinhold vergessen. Wir sind es ihm schuldig, unsere tollen Hunde immer wieder und in Zukunft immer öfter der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Aus Anlass unseres 40-jährigen Jubiläums fand in 2008 die Jahrestagung der deutschen Meuten bei uns in Wetzlar statt. Davor waren wir schon 1998 und 1983 Ausrichter dieser Veranstaltung.

 

Das Jahr 2011 war ein aufregendes Jahr für die Taunus-Meute, die Auflösung der Meute wurde angedacht, die Abschlußjagd auf der Ronneburg wäre die letzte Jagd hinter den Hunden der Taunus-Meute gewesen. Bei der notwendig gewordenen außerordentlichen Mitgliederversammlung stimmten dann aber 75 % für den Fortbestand der Taunus-Meute! Dann geschahen wunderbare Dinge: Jagdreiter, die in diesem Jahr schon mit uns geritten waren, erklärten ihren Beitritt und beteiligten sich aktiv an der Hundearbeit. Zwischen den Jahren 2011 - 2012 trafen wir uns am Kennel zu einem Jahresabschluss, die Beteiligung war groß, es herrschte eine gemütliche und entspannte Stimmung, dazu kam große Erleichterung, dass es mit der Taunus-Meute weiter geht. Man muss erst in ein tiefes Loch fallen, um zu erleben, wie schön es ist, wenn es wieder aufwärts geht.

 

Das Jahr 2012 hat gut begonnen, mit Schwung und Optimismus gingen wir die Herausforderungen des neuen Jahres an. Seit dem freuen uns auf erlebnisreiche Stunden mit unseren Hunden und den Pferden. Freunde der gepflegten Jagdreiterei, wir dürfen uns glücklich schätzen, so einen wunderschönen Sport  zu betreiben.

 

Wulf R. Otto
Ehrenpräsident

(geschrieben  2012) update auf 2015 Julia Läßig

 

 

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