Jubiläum der Jagdgemeinschaft Gut Pollen

März 2016

Das Dutzend ist voll. Die Jagdgemeinschaft Gut Pollen hat inzwischen zum zwölften Mal in die Heide auf das Forstgut Rehrhof eingeladen. Für die Mitglieder der Jagdgemeinschaft gab es ein Jubiläum zu feiern: 20 Jahre seit Gründung, und das war eine Einladung an zwei Meuten wert - und wir durften mit unseren Hunden dabei sein.

 

Bei den Stammgästen dieser Jagdtage ist der inzwischen traditionelle Ablauf bekannt und beliebt: Auftakt am Donnerstag mit Schnitzelessen im Eichenkrug - Freitag Jagd und danach Party auf dem Wollspeicher - Samstag zur freien Verfügung - Sonntag Jagd.

 

Noch ehe am Donnerstag der erste Koffer im Zimmer stand war für uns das Bewegen der Hunde angesagt. Kojak der Foxhound im Ruhestand war zwar sichtlich gealtert, wollte aber unbedingt mit marschieren - und durfte das auch.

 

Danach Aufhübschen und Aufbruch zum ersten offiziellen Teil der Jagdtage: Ran an die Schnitzel!Lothar Leising, Mitbegründer der Jagdgemeinschaft, freute sich , wieder zahlreiche bekannte Gesichter aber auch neue Gäste begrüßen zu dürfen. Wenn es so weiter geht, muss der Eichenkrug bald anbauen, denn der Saal war voll, Stühle mussten nach geholt und Tische angebaut werden. Und nach dem Essen wurde auch schon traditionell die Location gewechselt: Schnell noch der Testlauf, ob die Zapfanlage auf dem Wollspeicher funktioniert -  das Jagdwochenende konnte kommen!

 

Freitag Stelldichein bei kalter Luft aber strahlend blauem Himmel. Gut 45 Reiter, darunter einige "Tagesgäste" versammelten sich beim Stelldichein hinter dem Wollspeicher. Die Cappenberger Hunde hatten bereits einen öffentlichen Auftritt gehabt in diesem Jahr - wenige Kilometer entfernt in Hermannsburg. Für die Hunde der Taunusmeute war es der erste offizielle Termin des Jahres. Spannend immer wieder das Zusammenführen der Hunde: spektakulär unspektakulär wie schnell sich aus zwei Meuten ein Pack formt! Die beiden Jointmaster der Taunusmeute, Jörg Pfeifer und Brigitte Roggendorf, hatten gemeinsam mit Master Stephan Geldsetzer und den Pikören beider Meuten die ehrenvolle, aber nicht einfache Aufgabe, die Hunde in Schach zu halten, während die Schleppenleger - Willibald Müller und Jan Sievers begleitet von Roland Eckgold - davon galoppierten.

Die Hunde ließen bereits beim ersten Anlegen nahe des Rehrhofs keinen Zweifel an ihrer Motivation mit einem ohrenbetäubenden Geläut. Dann endlich gaben die Master die Hunde frei und es ging in frischem Galopp ab auf die erste Schleppe. Nach der zweiten Schleppe Seitenwechsel und ab in die Heide!. Es war ein herrlicher Anblick, über 50 Hunde über die Heide jagen zu sehen. Beide Meuten hatten Junghunde dabei, die hier und da mal etwas abseits liefen, die aber bald den Sinn verstanden und auf der Schleppe mit liefen. Nach dem Halali noch mehr Tradition: Curée, Brüche, Hunde und Pferde versorgen, Spanferkelessen auf dem Wollspeicher, Tanzen. Das muss man mal selber erleben! Aber eins noch: anlässlich des 20jährigen Jubiläums der Jagdgemeinschaft überreichte Roland Eckgold dem Gründungsmitglied eine neu geschaffene Goldene Nadel mit dem Logo der Jagdgemeinschaft.


Die Jagdgemeinschaft entstand im Sommer 1996 bei einem Ausritt, fast aus einer Laune heraus als Lothar Leising, Hartmut Nürenberg und Jürgen Götte den Wunsch äußerten mehr Jagden durchzuführen. Da das Jagdreiten immer rückläufiger war, zögerten die Drei nicht und gründeten zusammen mit Gerold Leithe und Klaus Ulbricht, einen Club, der es sich zur Aufgabe machen sollte, die Tradition des Jagdreitens zu erhalten und zu fördern. Da alle Reiter aus dem Umkreis der Stadt Velbert kamen und ihre Pferde auf der Reitanlage Gut Pollen zu Hause waren, entstand  die „Jagdgemeinschaft Gut Pollen“. Schon im Herbst 1996 veranstaltete die Jagdgemeinschaft dann auch ihre erste Jagd am Pollen. Gut 20 Gastreiter beschieden den ersten Erfolg.
Lothar Leising hatte das gar nicht mehr auf dem Zettel – erst seine Club-Kollegen erinnerten ihn daran, daß das nun  schon 20 Jahre her ist. Und ein bisschen gerührt war er schon, als Roland ihm die goldene Nadel ansteckte. Die wird ab sofort ausschließlich verliehen – eine silberne Ausfertigung soll aber käuflich zu erwerben sein.

 


Samstag dann "Ruhetag" - Gelegenheit für einen Ausflug in die „Jagdreiter-Shoppingtempel“ nach Salzhausen oder für einen Stadtausflug nach Lüneburg. Brigitte un Jelly nutzten die Gelegenheit für einen Bstechner nach Gut Schnede - wo unsrer Caro inzwischen lebt.

Jörg und Julia besuchten die vier "Welpen", die bei Jörg zu hause zur Welt gekommen waren und nun bei den Niedersachsen leben.

 

Trotzdem mussten auch die mitgereisten Hunde raus und auch die Pferde brauchten Bewegung, so daß beide Meuten Gelegenheit boten, bei der Hundearbeit dabei zu sein.


Am Sonntagmorgen wieder klare aber kalte Luft. Zum zweiten Stelldichein am Rehrhof waren leider etwas weniger Reiter angereist als am Freitag. Die Jagd war dennoch ein Highlight zum Abschluss, auch wenn die Herren sich dezent zurückhielten. Der Schimmel von Stephan Geldsetzer hatte ein Hufgeschwür entwickelt – die Cappenberger Hunde wurden diesmal von Irmchen Sievers geführt – die dieser Aufgabe konzentriert und souverän nachkam.  Auch Jörg Pfeifer, der Jointmaster der Taunusmeute ließ sich zurückfallen – so daß die Equipage deutlich von Damen dominiert war – was Willibald Müller dazu hinriss, von der „wohl aktuell bestaussehndsten Equipage Deutschlands“ zu sprechen. Widersprochen hatte im keiner.

Nach sieben Schleppen Halali in der Heide. Nur glückliche Gesichter und es gab nur ein Wort: Herrlich! Die Curée erhielten die Hunde auf in der Heide und die Menschen waren zum Abschluss zum Essen auf den Wollspeicher geladen.


Text: Julia Läßig, Fotos: Kirsten Fleer

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