Liederbach

Auszug vom: 01.07.2015 Höchster Kreisblatt

- von Martina Weyand-Ong

 

Die unblutige Variante der Jagd kommt bei vielen Freizeitreitern prima an. Auch Einsteiger waren bei der Schleppjagd mit von der Partie. Die 20 gut ausgebildeten Englischen Foxhounds sind das Herzstück der »Taunusmeute«, die zur Schleppjagd rund um das Hofgut Liederbach eingeladen hatte.

 

Liederbach:

Sie wurde von der Sonne begrüßt und sonnig endete sie auch – die vierte Schleppjagd rund um das Hofgut Liederbach mit 20 gut ausgebildeten und auf „Galopp“ ausgerichteten Englischen Foxhounds der „Taunusmeute“. Dass zwischenzeitlich ein Gewitter wütete, nahm die Jagdgesellschaft sportlich. Eine kurze Pause gab es nur während des Hagelschauers, den die rund 30 Jagdreiter einfach hinter einem Gebüsch abwarteten. „Jagdreiter sind wetterfest, deshalb wurde die Schleppjagd auch durchgezogen“, betonte die Sportwissenschaftlerin Christine Heipertz-Hengst, Sprecherin der „Taunusmeute“, nicht ohne Stolz nach der Schleppjagd.

 

Jagdhörner grüßen:

Als ebenso hart im Nehmen erwiesen sich die „Fidelen Heftricher Hornisten“, die die gesamte Schleppjagd im Planwagen begleiteten und schon zur Begrüßung die noch von der Hirsch- und der Parforcejagd des Mittelalters stammenden traditionellen Jagdsignale gegeben hatten. „Die Jagdhörner haben schon lange vor dem Handy-Zeitalter den Jagdreitern die wichtigen Signale weitervermittelt“, erklärte Wulf Otto, der Ehrenpräsident der „Taunusmeute“, der die rekordverdächtige Bilanz von 413 solcher Jagden vorweisen kann. Bei der Schleppjagd rund um das Hofgut legte er zusammen mit Ortskennern des heimischen Reitvereins die sogenannte Schleppe mit Pansenlauge, deren Fährte dann einige Minuten später von den Foxhounds mit den Jagdreitern im Gefolge aufgenommen wurde.

 

17 Hindernisse:

Bei der Schleppjagd waren Einsteiger und junge Pferde willkommen, für die es anfangs oft auch ungewohnt ist, in einer so großen Jagdgesellschaft mit Hunden zu galoppieren. Auf Wunsch wurden die Neulinge bei der sogenannten Frühjahrsschleppe zum Saisonstart deshalb auch von erfahrenen Jagdreitern begleitet. Zu meistern waren 14 Kilometer in Richtung Kelkheim und zurück mit insgesamt acht Schleppen oder Fährten. Dabei gab es insbesondere für die noch nicht so erfahrenen Jagdreitern auch Schritt- und Trappstrecken. Die „Profis“ nahmen dagegen gerne die Herausforderung der 17 Hindernisse an. „So eine Schleppjagd ist etwas richtig Aufregendes“, betonte Sabine Schuchardt aus Langenhain, die zusammen mit ihrem Haflinger das dritte Mal dabei war. Die Einsteigerin schätzt die Wege rund um das Hofgut, die nicht so steil sind.

 

Die unblutige Schleppjagd hat die Wildjagd in Deutschland, die hier im Gegensatz zu England, Irland und Frankreich seit 1934 verboten ist, abgelöst. Hierzulande wird verfolgen die Jagdreiter deshalb zu Pferde eine Hundemeute, die auf einer künstlichen Fährte „geht“. Der Begriff Schleppjagd rührt daher, dass früher die Schleppenleger einen mit Duftstoffen präparierten Schwamm oder manchmal auch eine Hirschkeule an einem Seil hinter sich herzogen. Heute wird häufig dafür ein flüssiger Duftstoff wie die rund um Liederbach eingesetzte Pansenlauge benutzt.

 

Brauchtum:

Die Schleppjagd von heute ist Freizeitvergnügen. Dabei wird aber Wert auf die Pflege des Brauchtums gelegt. So bekamen die Teilnehmer der Schleppjagd im Anschluss an den Ritt und nach der Belohnung der Hunde einen „Bruch“ als Andenken überreicht, der aus einem Eichenzweig bestand.

 

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