Jagdgeschichte

Die Geschichte der Jagd bis ins frühe Mittelalter

Wie kaum ein anderes Tier sind Hunde und Pferde dem Menschen seit tausenden von Jahren in Mythologie und Historie eng verbunden: Die erste Abbildung eines mit Pfeil und Bogen jagenden Menshen datiert auf 30.000 vor Christus. Etwa 5.000 vor Christus wird erstmals das Pferd als Zug und Tragtier aufgezeichnet. Und 800 vor Christus findet man bei den Assyrern erste Darstellungen von Jägern zu Pferd. Auch Plato, Vergil, Cicero und Horaz berichteten in ihren Schriften über die Jagd zu Pferden und hinter Hunden.

Die frühesten schriftlichen Aufzeichnungen über die Jagd zu Pferde stammen aus der Zeit um 400 vor Christus und sind der Reitlehre von Xenophon zu entnehmen. Erste Berichte der germanischen Jagd finden sich bei Cäsar. Die germanischen Jäger kannten außer der Jagd mit Fallgruben, Fußangeln und Schlingen bereits die Hetzjagd mit Hunden. Ihre Meuten waren gemischt: Sie bestanden aus Bracken zum Aufspüren und aus Windhunden zum Verfolgen des Wildes auf freiem Feld.

Nach den Rechten der verschiedenen westgermanischen Stämme war die Jagd frei; wer zum Waffentragen berechtigt war, durfte auch Jagen. Bis ins sechste Jahrhundert hatte der König noch keine Sonderstellung in der Jagdausübung, obwohl der Adel die Jagd bereits als sportliche Betätigung sah. Doch im siebten Jahrhundert erließ der Fränkische König Dagobert die ersten Forstgesetzte, welche das Recht zu Jagen auf König und Adel beschränkte.

Die Jagd bei Karl dem Großen

Angilbert, Abt von St. Riquier, schildert ein Jagd Karl des Großen*: "Am Jagdtag war es in der Stadt Aachen mit dem Aufgang der Sonne schon lebendig. Die Jägerschar sammelte sich mit Rufen und Lärm, dazwischen erklingt das Stampfen und Wiehern der Rosse und das Bellen der Hunde. Die obersten Jäger werden zum Kaiser gerufen und empfangen hier die Weisung für das Anlegen der Jagd. Das Jagdzeug wird verladen, die Zelte, Netze und Waffen nebst dem ganzen Küchenzubehör, Kochgerät, Tischzeug, Geschirr, Tischen, Bänken, und sonstigem Mobiliar für die Zelte. Die Hunde werden zur Stelle gebracht... Im Tale des Parks wird ein Keiler hoch gemacht, von der Jägerei und den Hunden gehetzt. Die Reiter folgen bis der Keiler gedeckt wird und Karl ihn abfängt. Die Damen schauen vom Berge zu. In dieser Zeit hat ein Teil der Jägerei die Jagd auf zusammen getriebene Rudel von Sauen vorbereitet.

Karl und und seine Paladine begeben sich in die Netztstatt um das langwierige Geschäft des Tötens zu verreichten. Überall sinken gefällt zur Erde viel Leiber der Tiere und Karl selbst streckt dahin auf den Grund unzählige Rudel von Sauen. Als der König sich ausgetobt hat, wendet er sich langsam den zelten zu, die von der Dienerschaft am frischen Quell, dicht am Gehölz, im Schatten der breiten Buchenäste aufgeschlagen sind."

Von dieser Schilderung aus der Zeit Karls des Großen in Aachen zieht sich das "Jagen im Park" über das "Jagen in Hecken" und das "Jagen im Zeug" wie ein roter Faden durch die Geschichte des Mittelalters. Das "umstellte" Jagen wurde im 17. und 18. Jahrhundert zur bevorzugten Jagdform in Deutschland. Bestimmte Waldgebiete wurden mit Netzen, Tüchern und Lappen umstellt, das Wild wurde zusammengetrieben und abgeschossen.

Die Parforcejagd in Frankreich

Die französische Parforcejagd verzichtete auf die Anwendung der Waffen, die der technische Fortschritt hervorbrachte. So hielt der Franzose Gaston III. Comte von Foix und Beárn (1331-1391) auf seinem Schloss zu Orthez am Rander der Pyrenäen 600 Jagdpferde und in einer riesigen Zwingeranlage eine Meute von 1.600 Hunden aller Rassen speziell für die Rotwild-, Rehwild- und Saujagd. Er führte wie sein Vater und wie sein Bruder seine Hunde zu Fuß wie zu Pferd und betrachtete das Erlegen eines Keilers mit dem blanken Schwert vom Sattel aus als Brovourstück der Jagd. Die französische Parforcejagd verzichtete auf die Anwendung der Waffen, die der technische Fortschritt hervorbrachte. So hielt der Franzose Gaston III. Comte von Foix und Beárn (1331-1391) auf seinem Schloss zu Orthez am Rander der Pyrenäen 600 Jagdpferde und in einer riesigen Zwingeranlage eine Meute von 1.600 Hunden aller Rassen speziell für die Rotwild-, Rehwild- und Saujagd.

Er führte wie sein Vater und wie sein Bruder seine Hunde zu Fuß wie zu Pferd und betrachtete das Erlegen eines Keilers mit dem blanken Schwert vom Sattel aus als Brovourstück der Jagd.

Doch auch in Frankreich wurde das Wild bald in kleine Abgrenzungen von Zäunen aus Netzen und Tüchern getrieben und dort blutig erlegt. Unter Ludwig dem XIII geriet die Jagd endgültig zum dekadenten Spektakel. Ludwig der XIV. organisierte die Jgd neu: er ließ breite Reitwege durch die Wälder anlegen und ermöglichte es berittenen Jägern der Hatz zu folgen und das Ausbrechen des Hirsches zu verhindern. Die prunkvollen Parforcejagden ging nun nicht mehr unbequem über Stock und Stein, sondern sondern durch sternförmig angelegte Reit- und Fahrwege. Bekannte Ensembles dieser Art sind vor allem der Schloss- und Parkkomplex von Versailles aber auch das schloss Vaux-le-Vicomtte bei Melune. Hier sntstand nach 1657 erstmalig die geometrische Parkanlage mit den kugel- und kegelförmig beschnittenen Bäumen und Hecken, Blumenrabatte, Wasserspielen, Grotten, Tiermenagerien Statuen, Vasen und Reliefs, die zum Vorbild für die charakteristischen französischen Parkanlagen des 17. und 18.Jahrhunderts wurden.

Auch in Deutschland finden sich heute noch Anlagen nach diesem barocken Vorbild: Schloss Moritzburg oder die Parforceheide bei Berlin sind sehr gut erhaltene Beispiel dieser Garten- und Landschaftsarchitektur.

Die Entwicklung der Fuchsjagd in England

Seit die Normannen im Jahr 1066 England eroberten, wurde auch dort "hunting" - das Hetzen des Wildes mit Hunden betrieben. Bis ins 17. Jahrhundert blieb die Parforcejagd (von »französisch par force« = mit Gewalt) auf Rotwild in französischer Manier auch in England, Schottland und Irland bestimmend. Dabei wurde eine Hundemeute auf die Fährte von Hirschen, Wölfen oder Wildsäuen angesetzt. Die Jäger ritten auf Pferden mit bis das Wild gestellt war. Die Hunde rissen das Wild nicht, sie waren langsamer als das Wild, hatten aber eine überlegene Ausdauer und ermüdeten es somit. Diese Jagden wurden in speziell dafür angelegten Parkanlagen durchgeführt.

Aus den politisch begründeten Spannungen und Konflikten zwischen England und Frankreich in der Mitte des 18. Jahrhunderts entstand in England eine starke Ablehnung gegen alles Französische. Sie richtete sich auch gegen die regelmäßigen nach französischem Vorbild angelegten Park- und Schloßanlagen. Der französische Garten wurde durch den englischen Landschaftspark ersetzt. Ebenso wie in der Gartenarchitektur suchte man auch in der Jagd nach eigenen Lösungen und wandte sich bewußt von der französischen Parforcejagd ab. Das französische Parvorcerevier mit geraden regelmäßigen sternförmig angelegten Reitwegen war in den neu gestalteten englischen Landschaftsgärten ohnehin undenkbar geworden. Die Reitjagd musste sich dem neuen Landschaftsbild anpassen und über offene Felder und Waldwiesen gehen.

Doch hier war der Rothirsch nicht so leicht zu stellen. Andere Tiere rückten in den Mittelpunkt der Jagd; die typischen Bewohner der offenen Landschaft: der Hase und der bis dahin als Jagdbeute verachtete Fuchs, wurden zum Hauptgegenstand der englischen Hetztjagd. Fox-Hunting wurde zum Innbegriff der britischen Jagd. Diese Jagd hat nichts mehr zu tun mit dem Zusammentreiben von Massen von Wild, sondern war ein Wettrennen zwischen Hunden und Pferden einerseits und den Füchsen und Hasen andererseit. Diese neue Art der Jagd lag den Briten ohnehin viel mehr: man wollte dem Wild eine Chance einräumen zu entkommen und sich mit dem Wild "sportlich" messen.