Schleppjagd mit der Taunus-Meute auf dem Rosshof in Diedenbergen

Samstag, 23.10.2010

Der frühe Morgen, an dem wir nach Diedenbergen zum Rosshof aufbrachen, lag in einem typischen dichten kalten Herbstnebel, der sich auch zum Stelldichein auf dem Hof der Familie Born nicht verziehen wollte.

Also ritten wir nach einer kräftigen Stärkung mit Kaffee und Kuchen los und spätestens auf der ersten Schleppe wurde deutlich, warum die Reiter rote Röcke tragen, denn trotz des anhaltenden Nebels waren alle Reiter immer gut sichtbar. Und auch die Signale der Bläsergruppe Ralley Rheingau bekamen eine ganz andere Bedeutung, wenn sie irgendwo aus dem Nebel erklangen. Die Sprünge, die uns auf den Schleppen erwarteten, waren mit viel Mühe aufgebaut und herrlich in die Landschaft integriert. Kurz vor dem Stopp galt es noch einen überbauten Graben zu überwinden, dessen Breite einem zum Glück erst beim Übersetzen bewusst wurde. Am Stopp gab es Würstchen und Getränke. Und auch der ein oder andere Schnaps fand bei diesem kalten Herbsttag viele Abnehmer. Vielen Dank bereits an dieser Stelle an das Team der Reitsportgruppe Rosshof und der Familie Born, die stets aufmerksam waren und uns wunderbar verpflegten.

Unsere Hunde liebten das Wetter auf jeden Fall, denn sie liefen ein sehr hohes Tempo auf den Schleppen. Unterwegs trafen wir auf Feldhasen und Flugenten, ritten über Felder und durch lange breite Wiesen, einfach herrlich. Und dann kam eine Situation, die so skuril und doch so schön ist, wie wir sie auf noch keiner Jagd in diesem Jahr erlebt haben:
Zu unserer Linken steigt lautlos und fast in Zeitlupe ein Fischreiher aus den vom Morgennebel noch feuchten Gras auf und konträr dazu auf unserer rechten Seite befindet sich ein großer Jumbo-Jet bereits im Sinkflug, um kurz darauf zur Landung auf dem Frankfurter Flughafen anzusetzen. Genau das macht den ganz besonderen Charme der Rosshof-Jagd aus.
Dank unserer hervorragend im Apell stehenden Hunde waren die Herausforderungen des hier so geballten verkehrsreichen Gebietes im Dreieck zwischen A3, A66 und der ICE-Trasse jedoch kein Problem. Und so kamen wir unversehrt über einen abschließenden Strohballensprung zum Halali an. Die Sonne hatte es auch zum Curée nicht geschafft, doch die strahlenden Gesichter aller 36 gestarteten Reiter konnten diese fast schon ersetzen.


Die herzhafte Gulaschsuppe nach der Jagd in der liebevoll geschmückten Halle auf dem Rosshof schmeckte wunderbar. Uns von der Taunusmeute hat dieser Jagdtag sehr viel Spaß gemacht. Der Reitsportgruppe Rosshof-Diedenbergen ein dreifaches Horrido für die gelungene Veranstaltung, vielen Dank.

Kaja Bolle